Burn-out

Wer hat sich nicht schon gefragt: „Hab‘ ich Burn-out?“ Dieses Gefühl der Erschöpfung, das Gefühl mit Allem überfordert zu sein, müde, antriebslos und abgeschlagen, und das schon beim Aufstehen. Ich könnte wetten, dass viele von uns das schon mal erlebt haben.

Nun, das ist nicht verwunderlich. Denn diese Seite ist ja für uns 50 + -er gemacht, deshalb nehme ich einfach mal an, dass Du, lieber Leser auch zu dieser Generation gehörst. Das heißt dann auch, dass wir schon so Einiges in unserem Leben erlebt und durchgemacht haben. Wir mussten unserem Mann/Frau im Beruf stehen, die Familie auf verschiedene  Art versorgt haben, sei es mit dem notwendigen Einkommen, oder mit der Führung eines ordentlichen Haushaltes und nicht zuletzt die Kindererziehung die mit sehr viel Verantwortung, Opfer und Hingabe verbunden ist.

Wie auch immer, auch wenn dieser ausgelaugter Zustand recht unangenehm ist, ist es gut, dass es ihn gibt. Denn es ist ein Warnzeichen unseres Körpers. Es ist ein Alarmsignal, eine Schutzreaktion. Er will uns zeigen, dass wir Verhaltensweisen korrigieren sollen. Er will verhindern, dass der Körper sich selbst zerstört.

Es ist ein meist langsamer, unmerklicher Prozess der sich über Jahre scheinbar unmerklich heranschleicht. Um es möglichst zu verhindern, dass man dann auf die Knien gezwungen wird, hier sind einige Punkte die ein Burn-out ankündigen:

1. Überdurchschnittliche Motivation: Die anstehenden Aufgaben werden hochmotiviert und zielorientiert erledigt. Die Termine häufen sich und werden konsequent eingehalten. Lob und Anerkennung bleibt aus. Fazit: Wer sich so einsetzt und kein Lob, bzw. Anerkennung dafür erhält, ist gefährdet.

2. Noch mehr Einsatz: Um die eigenen Erwartungen zu erfüllen, wird noch mehr Energie und Perfektion in die Erfüllung der Aufgaben gesetzt. Das Gefühl, alles alleine am besten zu machen, verstärkt sich. Hilfe von Aussen, würde nur stören und die Sache nur komplizieren. Also, es wird auf Hilfe lieber verzichtet.

3. Unterschwellige Vernachlässigung: Die anstehende Arbeit nimmt immer mehr Raum im Leben ein. Für Freunde, Familie ist kaum Zeit mehr übrig, Freizeit und Erholung wird stark vernachlässigt, wird als Zeitverschwendung angesehen. Gleichzeitig wird immer öfter zu Aufputschmitteln gegriffen. Es gibt kaum noch Verschnaufpausen.

4. Erste Fehler treten auf: Das Erholungsbedürfnis von Körper und Geist wird immer mehr ausgeblendet. Demzufolge schwindet langsam die Energie. Erstmals treten Fehlleistungen auf, wie Unpünktlichkeit, Verwechslung, Vergesslichkeit. Überforderung, Hektik und Stress wird spürbar.

5. Gefühle stumpfen ab: Im Focus steht nur noch die Arbeit. Freundschaften und Familie wird zunehmend zur Belastung. Um noch besser zu funktionieren, werden Gefühle verdrängt. Oft treten Probleme in der Partnerschaft auf.

6. Zunehmende Ungeduld: Körper und Geist ist erschöpft, Warnsignale wie ständige Müdigkeit und Migräne werden ignoriert. Neue Charakterzüge, wie Ungeduld, Zynismus und aggressive Abwertung, machen sich bemerkbar. Man funktioniert zwar, aber die Leistung nimmt langsam ab.

7. Das Erschrecken: Plötzlich und mit Entsetzen wird der Leistungsabfall bemerkt und  festgestellt. Ratlosigkeit und Orientierungslosigkeit macht sich plötzlich breit. Der Griff zum Alkohol, Medikamenten und Essen scheint zwingend notwendig zu sein. Der Körper verlangt nach Ersatzbefriedigung. Das soziale Netz wird verlassen, es bemüht sich zwar noch, aber  es ist verstört.

8. Abkapselung: Man will mit anderen Menschen und Kollegen möglichst nichts zu tun haben. Arbeitszeiten werden so gewählt, dass man nicht gezwungen ist anderen Kollegen zu begegnen. Das Gefühl für die eigene Persönlichkeit geht verloren. Man funktioniert wie eine Maschine.

9. Das Gefühl existenziellen Bedrohung: Die Kraft ist weitgehend weg, Apathie macht sich breit. Es ist unheimlich schwer morgens aufzustehen und den Tag zu meistern. Anzeichen, wie negative Einstellung zum Leben und Hoffnungslosigkeit deuten auf Depression hin. Sehnsucht nach Dauerschlaf kollidiert mit existenziellen Verzweiflung.

10. Totale Erschöpfung: Komplette geistige, körperliche und emotionale Erschöpfung. Es besteht Selbstmordgefahr und das Immunsystem ist stark angegriffen. Es wird höchste Zeit einen Arzt aufzusuchen!

Tja, es ist nicht so schön, das durchzumachen. Ich kann Euch nur empfehlen nicht so lange zu warten. Je länger man wartet, umso schwerer ist es da wieder rauszukommen. Oder positiv formuliert: je früher man die Warnzeichen bemerkt und ernst nimmt, umso leichter ist es da rauszukommen. Da hilft nur die eigene Situation zu überdenken und Verhaltensweisen ändern.

Hast Du auch schon so eine Situation erlebt? Wie war es für Dich? Bitte schreibe mir Deine Erfahrung! Du kannst es selbst bestimmen, ob ich es veröffentlichen soll oder nicht, bzw. ob Du anonym bleiben willst, oder nicht.

Liebe Grüße, Eure Edit

Dieser Beitrag wurde unter Gesundheit im Alter abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.